Online-Videotheken im Test: Auf dem Sofa einen Kinofilm ausleihen

Online-Videotheken haben einen enormen Zulauf. Jeder Dritte lädt seine Filme per Datenstrom zu Hause. Ein Vergleich zeigt, welche Internet-Portale eine Alternative zur klassischen Videothek bieten und warum.
 
Die Silberlinge leben noch. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 89,4 Millionen DVD und 23,1 Millionen Bluray-Scheiben verkauft. Es gingen 5,2 Millionen Deutsche in eine Videothek, um sich einen solchen Datenträger auszuleihen. Dennoch sind diese Medien vom Aussterben bedroht. Ihnen macht die digitale

Konkurrenz im Internet zu schaffen. Ihr Feind ist das sogenannte Video-on-Demand (VoD). Mehr als 30 deutschsprachige Portale findet man im Internet, ein Dutzend davon sind für ein breites Publikum interessant. Wir haben uns iTunes, Maxdome, Watchever und Lovefilm genauer angeschaut.

Der größte Unterschied zur klassischen Videothek liegt auf der Hand: Es gibt keine Öffnungszeiten. Doch wie im Verleih um die Ecke muss man sich anmelden und seine Kreditkartendaten hinterlegen. Man darf Filme länger behalten: bis zu 48 Stunden. Mit durchschnittlich vier Euro in SD-Qualität (DVD) und fünf Euro in HD-Qualität (Bluray) kosten sie damit weniger als in der Videothek. Neue Filme brauchen meist länger, bis sie in einer Online-Ausleihe zu sehen sind. Die digitalen Inhalte kann man auf ein Tablet herunterladen und mit auf die Reise nehmen.

Welche DSL-Verbindung?
Es müssen einige technische Voraussetzungen gegeben sein. Am einfachsten betritt man die Online-Läden über den Smart-TV-Bereich des Fernsehgeräts. Diese Funktionalität ist mittlerweile häufig integriert. Um sie nutzen zu können, muss man das Gerät mit dem Internet verbinden, indem man es ins heimische Netzwerk einbucht. Selbst wenn die Verbindung steht, ist kein entspannter Videoabend garantiert. Die Anbieter empfehlen ein DSL-Tempo von mindestens einem Megabit pro Sekunde (MBit/s) für Filme in SD-Qualität, für hochauflösende mindestens 3 MBit/s.

Wer weniger hat, muss den Film je nach Bandbreite mehrere Stunden vorher auswählen und herunterladen. Solche Downloads – diese lösen sich nach 48 Stunden quasi wieder auf – bietet nahezu jede Online-Videothek an. Die Angaben der Anbieter sind aber zu optimistisch. Trotz 6-MBit/s-Verbindung hakelten einige Male Filme bei Maxdome und brachen sogar ab. Bei Watchever sprang der Film „Departed“ kurz vorm Showdown plötzlich an den Anfang zurück. Erst nach einigem Hin und Her ging es weiter. iTunes hingegen lief stets fehlerfrei.

Sind die technischen Voraussetzungen erfüllt, kann man sich nur bei bestimmten VoD-Anbietern am Fernsehgerät anmelden. Der Hersteller der Hardware gibt eine Auswahl vor. Nutzer können ihren Smart-TV-Bereich nicht eigenständig erweitern. Neuerdings wird mehr als ein VoD-Angebot installiert. Das war nicht immer so. Auf neuen Sony-Modellen findet man beispielsweise Maxdome und Lovefilm. Wir wollten unseren Apparat austricksen und versuchten, uns über den Browser von Google-TV bei Maxdome anzumelden, weil die App nicht installiert war. Der Trick hat nicht funktioniert. Um Maxdome und Watchever nutzen zu können, muss man die (unbeliebte) Erweiterung Silverlight von Microsoft installieren. Das machte die Settop-Box mit ihrem Android-Betriebssystem nicht mit.

Wo anmelden?
Die erst- und einmalige Anmeldung sollte man ohnehin am besten am Browser vornehmen. Die Bedienung des Fernsehgeräts jenseits des Zappens ist nach wie vor ein Riesengefummel. Benutzername, Passwort, Adresse und Kreditkartendaten lassen sich auf der jeweiligen Website komfortabler eingeben. Das war noch nicht alles. Bei Maxdome erstellt man am besten gleich noch ein Passwort für Altersfreigaben ab FSK 18. Sonst kommt es zu einer Überraschung, wenn beim ersten Actionfilm das Kennwort für die Freigabe verlangt wird. Bei Lovefilm und Watchever ist diese Kindersicherung einfacher zu handhaben.

Das klingt jetzt alles nach viel Aufwand? Lovefilm in Kombination mit Sony-Geräten kann das noch toppen. Nutzer müssen sich nämlich auch bei Sony anmelden, um das Gerät – das kann auch ein Bluray-Player sein – für die Lovefilm-Nutzung freizuschalten. Für jeden, der gleich wieder die Fernbedienung aus der Hand legen will, eine Entwarnung: Die Anmeldeprozedur ist einmalig. Danach wird es einfach.

Welches Modell?
Es gibt bei „Video auf Bestellung“ zwei Verleihmodelle: Die klassische Variante orientiert sich an der Analogwelt. Man leiht einen Film für durchschnittlich vier bis fünf Euro für 48 Stunden. So funktioniert das bei iTunes, Maxdome, Videoload, Sony Video Unlimited und vielen anderen. Jedoch gibt es beim digitalen Filmverleih eine gewisse Tendenz zur Flatrate. So startete Anfang des Jahres Watchever neben Lovefilm als weiterer Anbieter mit Pauschalgebühr. Für neun Euro im Monat – bei Lovefilm sogar nur sieben Euro – können Nutzer beliebig viele Filme schauen. (Im Musikbereich sind solche Pauschalangebote mittlerweile sehr beliebt.)

Maxdome bietet keine Flatrate, dafür aber „Pakete“ an, die sich zum Beispiel über alle Serien erstrecken. Bei iTunes und Maxdome lassen sich ebenso Filme kaufen. Das können bei brandneuen Titeln in HD wie „Der Hobbit – eine unerwartete Reise“ schon mal 17 Euro sein. Bei Amazon kostet der Film als Bluray exakt das Gleiche.

Welche Filmauswahl?
Die Flatrate-Anbieter Watchever und Lovefilm bieten im Vergleich zur Konkurrenz eine sehr kleine Auswahl an Titeln. Sie interpretieren ihr Portal nicht als Archiv oder Dauerausleihe frisch eingetroffener Filme. Es soll verstanden werden als wöchentlich wechselndes Programm, in das man hin und wieder mal reinschaut. „Neue Filme“ sind daher oft mehrere Jahre alt. Sie sind nur deswegen neu, weil sie das erste Mal im Portal zu sehen sind. Zudem bleiben Filme immer nur eine gewisse Zeit im virtuellen Regal. Watchever und Maxdome zeigen sogar an, wie lange noch. Einige verschwinden schon wieder nach sieben Tagen. Wer also bisher in die Videothek gegangen ist, um gerade die neusten Streifen zu sehen, wird bei wenigen Online-Portalen fündig.

Wir haben die Top Ten der aktuellen DVD-Charts zur Hand genommen und bei den vier getesteten Anbietern überprüft, ob die Filme dort zu finden sind. Am schlechtesten schnitten Lovefilm und Watchever ab. Sie hatten keinen einzigen dieser Filme im Programm. iTunes kann sich immerhin mit sieben Titeln sehen lassen, und bei Maxdome kann man bis auf eine Ausnahme alle Filme der Hitliste leihen. Bei Serien sieht es anders aus. Von sechs populären Serien fanden wir alle bei iTunes. Maxdome hatte ebenso wie Watchever nur die Hälfte. Lovefilm keine einzige.

Welche Abspielgeräte?
Wer bei Watchever seinen Lieblingsfilm vermisst, kann gegebenenfalls recht schnell und komfortabel zu iTunes wechseln. Dafür braucht man Apple TV. Watchever ist auf dieser Settop-Box installiert. Apple sieht offenbar keine Konkurrenz zu seinem iTunes. Nun könnte man meinen, dass es ein iPad als Apple-TV-Ersatz auch tut, weil es Watchever, Maxdome und Lovefilm als App gibt. Man könnte doch das iPad per HDMI-Kabel mit dem Fernsehgerät verbinden. Doch das geht nicht, aus lizenzrechtlichen Gründen, sagen die Anbieter. Spielt man einen Film auf dem iPad ab, wird er auf dem TV-Gerät geblockt; es sei denn, es ist ein iTunes-Inhalt. Einige Online-Videotheken bieten ihre Inhalte über alternative Zuspielgeräte an. Watchever hat unlängst bekanntgegeben, dass seine App auch auf der Playstation 3 installiert werden kann. Lovefilm findet sich auf Bluray-Spielern von Sony.

Die Kür ist allerdings, alle Geräte miteinander kommunizieren zu lassen. Watchever hat dies auf vorbildliche Weise geschafft. Der Server merkt sich, ob man einen Film vorzeitig beendet hat. Wechselt man zum Beispiel vom iPad auf das heimische Fernsehgerät, kann man einfach an der Stelle weiterschauen, wo man unterwegs aufgehört hatte. Für die Zugfahrt empfiehlt sich der Offline-Modus, den es übrigens auch bei Maxdome gibt: Man lädt sich den Film einfach vorher komplett herunter. Generell lässt sich der Inhalt eines jeden Anbieters unabhängig von der Verfügbarkeit als App auf das TV-Gerät bringen, indem man etwa ein Notebook an diesen anschließt und sich über den Browser einloggt.


Maxdom

Welcher Anbieter?
Viele Nutzer sind enttäuscht, wenn sie sich bei einer Online-Videothek anmelden und nur wenige Filmen finden, die sie suchen. Da helfen auch die attraktiven Flatrate-Preise für weniger als zehn Euro von Watchever und Lovefilm wenig, wenn der Nutzer das VoD-Angebot als Alternative zur klassischen Videothek betrachtet. Er ist dann bei iTunes und Maxdome besser aufgehoben. Wer spezielle Interessen hat, sollte sich unter was-ist-vod.de weitere Angebote ansehen. Generell wird die Auswahl an Filmen kleiner sein als in einer gut sortierten Videothek.

Dafür kann man bei der Online-Ausleihe Vorteile wie Preis, Leihdauer und ständige Abrufbarkeit nutzen. Da neuere Filme meist auch in HD-Qualität angeboten werden, beschränkt sich der echte Zusatznutzen von Blurays auf das Bonusmaterial. Wer sehr genau hinschaut und zuhört, wird diese wohl auch weiterhin bevorzugen, weil die Bild- und vor allen Dingen Soundqualität im Vergleich zu gestreamten Inhalten nach wie vor besser ist.

Punkten können die herkömmlichen Medien auch mit der Bereitstellung der Originalversion. Bei iTunes, Maxdome und Watchever kann man bei einigen Filmen zwar zwischen Originalsprache und Deutsch wählen, auf physischen Datenträgern geht das jedoch in der Regel bei allen. Die Übersichtlichkeit hat in der digitalen Welt ebenso Grenzen wie in der realen. Nur die gezielte Suche ist online einfacher. Technische Probleme können den Filmabend allerdings frühzeitig unterbrechen, wenn das Streaming hakt. Wer sich von den Silberscheiben nicht trennen kann und dennoch Video-on-Demand ausprobieren will, kann bei Lovefilm ein Hybridmodell testen. Für 12 Euro gibt es eine Flatrate, die nicht nur das – bescheidene – Online-Repertoire enthält, sondern auch die unbegrenzte Ausleihe von Medien, von denen jeweils eine per Post portofrei nach Hause kommt.

via Online-Videotheken im Test: Auf dem Sofa einen Kinofilm ausleihen – Audio & Video – FAZ.

Plugin from the creators ofBrindes :: More at PlulzWordpress Plugins

Herzlich willkommen auf meinem Blog ullrich.es


ullrich.es ist für mich wie ein FAQ. Hunderte Fragen werden mir an meine Einsatztagen im Media Markt und Saturn gestellt. Ich informiere mich für dich und fasse meine Recherche hier im Blog zusammen.



Meine Kernkompetenz - TV und IPTV


Mein Name ist Sven Ullrich


Ich würde mich besonders darüber freuen wenn du dir heute mal die App "UlangoTV+ EPG" anschauen würdest. Diese App erarbeite ich mit meinem Vater Dr. Gernot Ullrich. Die App kannst du auf jedem Android und Amazon Fire installieren und damit dann mehr als 9.000 internationale und nationale Fernsehsender und >10.000 Video on Demand Filme schauen. Alle Streams sind öffentliche Streams die nur sehr kurzweilig sind aber in der App ständig aktuell gehalten werden.
Zur Werkzeugleiste springen