Ist OLED wirklich die erhoffte TV-Revolution?

4K-Auflösung, HDR, krumme Displays oder doch lieber gerade? Die TV-Industrie hat in den vergangenen Jahren immer wieder neue Technologien präsentiert, die unser Fernseherlebnis revolutionieren sollen. Besonders die koreanischen Hersteller LG und Samsung betreiben ein stetes technologisches Aufrüsten, wobei nur LG verkaufsfähige TV-OLED’s auf dem Markt hat. Aber zahlt sich eine Investition in neueste Fernsehtechnologie für den Normalnutzer auch aus?

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LG OLED 55EF9509

Zwar gibt es schon für ca. 1.800,- € die günstigsten OLED’s aber hier nur die FullHD Geräte. Ab 3.300,- € gibt es dann die UlatraHD (4K) OLED’s. Definitiv kein TV-Schnäppchen und für die meisten Interessenten schlicht zu teuer, Die OLED’s ueigen aber dann auch, was heute am TV-Markt möglich ist. 55 Zoll (140 Zentimeter) Diagonale, unerhört scharfe 3840 mal 2160 Pixel Auflösung, Curved oder Flat Display und WebOS-Betriebssystem.

Ebenfalls an Bord: Passives 3D/DualPlay (2 3D-Brillen liegen bei) sowie ein Tuner für DVB-T/-T2/-C/-S/-S2. Die Anschlussausstattung umfasst dreimal HDMI (2 x 2.0, 1 x 1.4), SCART, VGA, Toslink, dreimal USB (2 x 2.0, 1 x 3.0) für USB-Datenträger und Funktastaturen, WLAN sowie einen integrierten Mediaplayer (HEVC, DivX, DivX HD). Der TV empfängt DLNA/UPNP-Streams aus dem LAN und kann – mit einer externen Festplatte – Inhalte aufnehmen. Energieverbrauch: Effizienzklasse B, 134 Watt (~3h/T. = ca.36,-€/Jahr) Verbrauch. Audio-Leistung: 20 Watt.

Viele Vorteile durch OLED-Technologie

AvHGdiyOgH5aVcuTpoJAI1K91WXIUDNX-QjptcSwHL9-Das wahre Highlight ist aber die Displaytechnologie. Während so gut wie alle Konkurrenten auf LCD-Panels setzen, verbaut LG in seinen Top-Fernsehern OLED-Schirme. Das treibt den Preis in die Höhe, bringt aber auch Vorteile. Schwarz wird weit satter dargestellt, als von anderen Technologien, Farben sind deutlich intensiver, die Fernseher besonders dünn.
Grund: LCD-Fernseher brauchen eine Hintergrundbeleuchtung. Wird Schwarz dargestellt, führt diese dazu, dass die Nichtfarbe eher wie Grau bzw. sogar Blau wirkt. Ein paar wenige LCD-Geräte steuern hier mit Local Dimming, also dem stellenweisen Abschalten der Beleuchtung gegen, OLED können sie aber nicht das Wasser reichen. Hier sind die einzelnen Pixel selbstleuchtend. Wird schwarz dargestellt, bleibt der Bildpunkt ausgeschaltet – und damit schwarz. Werden Farben dargestellt, wirken sie intensiver. Und weil keine Beleuchtungsschicht hinter dem eigentlichen Display ist, können OLED-TVs dünner gefertigt werden.

Links - Edge LED - mitte - OLED - rechts - Local Dimming Back LED

Links – Edge-LED – mitte – OLED – rechts – Back-LED

Wie auf dem Bild zu sehen ist, darf der Edge-LED nicht zu hell eingestellt werden, sonst würde das einleuchten über die Ecken noch deutlicher werden. Ein Back-LED ist zwar deutlich gleichmäßiger beleuchtet aber hat immer noch die deutlich sichtbare Durchleuchtung der schwarzen Bereiche.

Famoses Bild, auch ohne 4K-Material

Was zunächst sehr theoretisch klingt, offenbarte sich im Test sofort bei der Bildqualität. Schöner als auf LGs OLED-TVs kann man derzeit nicht fernsehen. Derart leuchtende Farben und wahrhaft sattes Schwarz findet man bei keiner anderen Bildtechnologie, zudem ist das Gerät extrem kontraststark und kann mit den vorhandenen Voreinstellungen gut an die eigenen Vorlieben angepasst werden von grell und satt bis dezent und dunkler. Dazu kommt das die gefühlte Schärfe durch das hohe Kontrastverhältnis auch bei geringen Auflösungen deutlich sichtbare Vorteile hat. Bedenkt man, wie selten 4K-Inhalte sind, ist das ein klarer Vorteil. Wenn man sie denn hat, stellt LGs Edel-Fernseher sie freilich auch ausgesprochen scharf und detailreich dar, mit allen zuvor bereits genannten positiven OLED-Begleiterscheinungen bei der Bildqualität.

LG beziffert Haltbarkeit mit 30.000 Stunden

Der Haken: OLED hält nicht so lang wie LCD. LG gibt an eine Haltbarkeit von rund 30.000 Stunden Habwertszeit zu erreichen. Das sind 1250 Tage Dauerbetrieb – oder etwas mehr als 16 Jahre bei fünf Stunden Betrieb pro Tag. Ob dieser Wert tatsächlich erreicht wird, kann man erst in ein paar Jahren beurteilen. Im mehrwöchigen Härtetest machte der OLED-TV aber keine Probleme. In 16 Jahren werden wohl Käufer von der heutigen OLED Technik auch mal wieder einen neuen Fernseher haben wollen.

Sinn und Unsinn gekrümmter Bildschirme

Streiten kann man über Sinn und Unsinn des gekrümmten Displays. Im Test hat die Krümmung zwar nicht gestört, das Marketing-Versprechen der TV-Industrie, die Krümmung sorge für ein besseres „Mittendrin-Gefühl“, können wir aber nicht bestätigen. Wenn die Krümmung überhaupt einen Vorteil hat, dann die gegenüber planen TVs etwas geringeren Reflexionen bei seitlichem Lichteinfall.

Fazit: Beim Bild das Maß aller Dinge

Geht man nur nach der Bildqualität, sind LGs OLED-Fernseher derzeit das Maß aller Dinge. Fußball, Gaming, Heimkino: Nirgends sonst sieht man derart tief sattes Schwarz, nirgends leuchtendere Farben. Und zwar nicht nur mit hochauflösenden 4K-Inhalten, die am 55EG9609 ebenfalls grandios aussehen, sondern auch mit „normalem“ Material. Ich empfehle den flachen EF9509, hier gibt es kein verzerren der Bilder auch wenn man aus einer Sitz Entfernung von drei Metern dies auch nicht mehr wahrnehmen kann.

LG OLED Signature - 2016 Modell mit einer Bautiefe von 2,57 mm

LG OLED Signature – 2016 Modell mit einer Bautiefe von 2,57 mm

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